Samstag, 23. März 2013

Zwischenseminar in Trichy

Hallihallo, da bin ich wieder :)

Natürlich wie immer ziemlich spät dran, aber ich versuch im Moment einfach meine Zeit hier zu genießen und komm deshalb nicht mehr soo viel zum Schreiben! Ich hoff das ist nicht so schlimm ;)

Vom 17.-23.2. waren Theresa und ich in Trichy (Bundesstaat Tamil Nadu) auf dem Zwischenseminar. Es wurde von der AG MAZ (MAZ = Missionare auf Zeit), besser gesagt von den Steiler Missionaren organisiert und die Freiwilligen kamen aus allen Ecken Indiens! Einige von ihnen kannte ich schon vom Asienseminar letztes Jahr im Juni, andere sind neu dazugekommen..
Ich kann über das Seminar nur soviel sagen: Es war eine wunderbare, emotionale, lustige und einfach super schöne Zeit!!
Ich hab viel gelacht, geredet, geweint und einfach den Austausch mit den Anderen genossen. Das Programm war ein guter Mix aus interessanten Vorträgen (z.B. über die Rolle der Frau in Indien, das Kastensystem, Globalisierung..), Diskussionen, Gruppenarbeit, Einzelreflexion und Kreativität! Außerdem haben wir 2 Tage mit Supervision verbracht und in Kleinruppen über unser vergangenes halbes Jahr mit all seinen Freuden und Problemen geredet. Es war schön zu sehen, dass jeder in der Gruppe mit kleineren oder größeren Problemen zu kämpfen hat, dass man oft nicht allein ist mit seinen Ansichten und dass wir, selbst wenn wir in total unterschiedlichen Gegenden und Projekten sind, doch viele viele ähnliche Erfahrungen machen!

Ich hab viel aus dieser Woche mitgenommen! Motivation für die kommende Zeit, den Blick gerichtet auf die kleinen Schönheiten des Lebens, neues Selbstvertrauen und außerdem einige sehr gute neue Freunde :)


Seitdem ich wieder im Boys Home bin, hab ich einige Veränderungen an mir selbst bemerkt.. Ich fange an Kleinigkeiten mehr wert zu schätzen, liebevolle Gesten intensiver wahrzunehmen und viele Dinge mit anderen Augen zu sehen!
Ich bin immer häufiger einfach nur Dankbar!
Dafür, dass ich das alles hier erlebe darf, das Kuscheln in der Playschool, plötzliche Abknutschattacken von Seiten der Kids, ihre Liebe und ihr Vertrauen.
Die Zeit, die ich mit den Jungs verbringen kann, dass Rumalbern, Wasserschlachten, Hand in Hand mit einem Jungen zu laufen, Sister genannt zu werden (oder Lea-Misseeee) und ihre aufrichtige Freude, als wir vom Zwischenseminar wiedergekommen sind.
Ich bin dankbar für die Menschen, die ich hier kennenlerne, für MEIN Indien mit seinen Farben, dem Chaos, den vielen vielen Menschen, dem ganzen Durcheinander, der Sonne, der Lebensfreude der Menschen, den vielen Lächeln, den Früchten, der Kleidung, der Musik...
Ich weiß jetzt schon, dass ich das alles furchtbar vermissen werde!!!!!

Aber jetzt bekomm ich erstmal Besuch von meiner Familie und kann ihnen meine neue Heimat zeigen. Morgen früh hol ich sie vom Flughafen ab.. ich freu mich schon sooo :)

Ganz liebe Grüße und eine feste Umarmung aus Indien,
Lea

Die ganze Truppe mit ein paar indischen Studenten

Trichy

Stoptanzen :D

Ein Elefant im Tempel - in Trichy keine Seltenheit!

Happy Birthday, Lioba :)

Massagekreis :D

Nati <3


Unsere 3 Supervisoren

Pater Xavier :D

Evaaa :)

Schwester Angela und Xaviers Mama

Freitag, 15. Februar 2013

Bilder aus Delhi :)

Frühstück im Zug



angekommen im kalten Delhi :)

ein Straßenkind - trotz knapp 10 Grad barfuß unterwegs

mit Natalie vorm Lotustempel


Die Gebetsstätte der Bará'ìns



Im Sikhtempel ist Kopfbedeckung erwünscht



Ein Sikh


Ein Sikhmädchen mit den Haaren bis zu den Wadln :)


Francis :)

die Gebetsstätte der Jains

es gibt hier überall Streifenhörnchen

eine hinduistische Tempelanlage

ein Papagei!!!!!! :)



der Taj Mahal

Kamel-Alarm!




der "Touch-Mahal" :D

mit wunderschönen Verzierungen

Montag, 11. Februar 2013

Delhi-Reise und der Alltag im Boys Home

Namaskaram ihr Lieben :)
Ich bin mal wieder viel später dran mit meinem Blogeintrag, als ich das eigentlich geplant hatte. Schließlich ist meine Delhi-Reise ja doch schon über ein Monat her..
Aber egal, wie sagt man so schön: Besser spät, als nie! :D


Delhi-Reise vom 10 .01.-14.01.13
Father Francis, einer unserer Organisatoren aus Deutschland, fliegt jedes Jahr mit einer Reisegruppe von ca 25 Personen für 3 Wochen nach Indien. Im Oktober hat er uns schon auf seine Vorbereitungsfahrt in den Süden mitgenommen und auch jetzt hatte er uns eingeladen, 5 Tage mit ihm und seiner Gruppe im Norden zu verbringen.

Eigentlich ging unsre Reise ja schon am 07.01. los, schließlich liegt Delhi ja 2800 km entfernt im (von uns aus gesehen tiiiiiefen) Norden. Und wir wären ja nicht abenteuerliche Freiwillige, wenn wir diese Strecke geflogen wären :D
Theresa und ich sind also am 7. Abends erstmal über Nacht mit dem Zug nach Chennai gefahrn (ist für uns alte Hasen ja kein Problem). Dort haben wir einen entspannten Tag mit den andren beiden Freiwilligen verbracht, konnten in Ruhe duschen, für die lange Fahrt einkaufen und sogar noch ins Kino gehen ("The Life of Pi" - auf diesen Film sind die Inder wirklich stolz!), bevor wir abends mit Sack und Pack, viiel Essen, warmen Klamotten und sehr guter Laune in den Zug gestiegen sind.
Die folgende 34-stündige Fahrt (für umgerechnet 7 Euro!!) bestand vor allem aus Essen, Lesen, Schlafen, Wizard spielen, Essen, Fotografieren und Essen :D Alles in allem war sie eigentlich recht schnell vorbei und nur die letzte Nacht etwas kalt - man hat gemerkt, dass wir in den Norden kommen! Da warn wir alle 4 dann doch recht froh, als  uns in der Früh der Tee-Verkäufer mit seinem "Chaya, Chaya, Chaaaaaayaaaaaaaa!!" geweckt hat und wir uns damit erstmal aufwärmen konnten.
Hier merkt man mal wieder was für irre Unterschiede es in Indien gibt! In Chennai sind wir schwitzend im T-shirt in den Zug gestiegen und in Delhi vor Kälte bibbernd in dicken Jacken und Schals eingewickelt wieder herausgekommen :D

Im Hotel angekommen haben wir uns erstmal wie irre über die warme Dusche gefreut - die erste seit 5 Monaten!! :D
Und dann haben wir auch endlich wieder Francis und Klaus (ein weiterer Organisator aus Deutschland) getroffen! Da kamen schon ein bisschen Heimatgefühle auf..
Das Programm stand unter dem Motto "Interreligiöser Dialog". Wir 4 Freiwilligen standen dem Ganzen anfangs eher skeptisch gegenüber, doch es hat sich als eine super interessante, vielfältige, faszinierende und schöne Reise herausgestellt! Wir sind vom Hindu-Tempel zum Bahá'í - Haus in Form einer Lotutblume, von einer Moschee zum Sikh-Tempel und von da aus weiter zu einer Jain-Gebetsstätte.. Alle leben friedlich nebeneinander! Faszinierend!! Da könnte sich so mancher Deutscher eine Scheibe von den Indern abschneiden..
Ich hab so viel neues über die verschiedensten Religionen erfahren, von einigen hatte ich vorher nur mal gehört, andere kannte sie gar nicht!
Weil es vielen von euch wahrscheinlich ähnlich geht, kommen hier mal die für mich interessantesten Facts zu ein paar unbekannteren Religionen:

Sikh:
Schneiden sich nie die Haare! Die Männer tragen deshalb einen Turban, unter dem sie ihre langen Haare verstecken und tragen einen langen Bart (ab und zu drehen sie ihren Bart auch ein und stecken ihn mit in den Turban :D )
Die strenggläubigen Sikhs tragen immer ein Schwert bei sich, das zur Verteidigung der Armen dient..

Jain:
Eine extrem friedfertige und auf Harmonie bedachte Religion! Sie sind alle strenge Vegetarier, tragen nichts aus Leder oder anderen tierischen Materialien - es gibt sogar Gruppierungen die nur nackt herumlaufen!! Die haben wir aber nicht gesehn :D
Es gibt auch einige die immer den Weg vor sich fegen, um ja nicht auf ein Tier zu treten, oder nicht im Dunkeln Essen zu sich nehmen, aus Angst aus Versehn eine Fliege zu verschlucken..
Strenggläubige Jain-Männer dürfen außerdem keine Frauen berühren! Wie es dann zu Nachwuchs kommt ist fraglich ;)

Bahá'í:
Ihr Ansatz: Alle Religionen haben einen Teil der sie verbindet und auf diesen beziehen sich die Bahá'ís. Es können Menschen aus allen Religionen in ihren Gebetshäusern zum Beten zusammenkomen.
Das Haus in dem wir waren hatte die Form einer Lotusblume - eines von 7 gleichartigen Gebäuden, die auf der ganzen Welt verteilt sind (unter anderem eines in Frankfurt!).

Ein weiteres Highlight unserer Reise war natürlich der Abstecher nach Agra zum Taj Mahal!
Dieses Gebäude ist wohl eins der größten Liebesbeweise der Welt und wurde von einem indischen Mogul-Kaiser als Grabmal für seine verstorbene Lieblingsfrau (eine von drei Ehefrauen..) in Auftrag gegeben.
Legenden besagen, dass nach der Fertigstellung allen beteiligten Handwerkern (ca 20.000) eine Hand abgehackt und die Architekten hingerichtet wurden - eine Nachahmung war somit unmöglich! Ob dies nun wahr ist oder nicht, fest steht auf alle Fälle, dass man den Taj Mahal einmal gesehn haben muss!
Selbst wenn man direkt davor steht hat man das Gefühl, vor einem riesen Poster zu stehn, so unwirklich, fremd und faszinierend sieht es aus..

Alles in allem war unser Trip nach Delhi ein voller Erfolg! Wir haben super viel gesehn und auch die Gespräche mit den Teilnehmern der Reisegruppe sehr genossen.. Es ist echt interessant zu sehen, dass vieles, was ihnen als so fremd und andersartig vorkommt, für uns schon so normal und alltäglich geworden ist!

Von Delhi gings mit dem Flieger zurück nach Kochi, die Reisegruppe hat währenddessen von Chennai aus ihre Rundreise durch den Süden gestartet, die wir im Oktober mit Father Francis "vorgetestet" haben :)


Neuigkeiten aus dem Boys Home
Es gibt Veränderungen im Boys Home, denn Anfang August wurden 3 Fathers aus unserer Friary versetzt (einer sogar nach Israel!).
Sowohl für die Jungs, als auch für Theresa und mich waren diese Versetzungen eher angenehm, als traurig. Vor allem mit dem Chef haben wir uns gegen Ende weniger gut verstanden. (Schreit uns vor allen Jungs an, nimmt alles als selbstverständlich hin, ist super streng zu den Jungs und bringt nie auch nur ein kleines Lächeln zustande, außer wenn es darum geht, das Boys Home nach außen zu präsentieren..)

Jetzt wird Father Shaju der neue Leiter des Boys Homes und das ist echt richtig gut! Die Jungs lieben ihn einfach heiß und innig, da er es schafft ein Mittelmaß aus Strenge und Fürsorge zu entwickeln.. Klaro bestraft er sie, wenn sie Mist bauen, aber gleichzeitig genießt er es auch einfach in der Mitte einer Horde Jungs zu stehen, ihnen zu zuhören und mit ihnen zu quatschen :)
Außerdem sind 2 weitere Fathers zu uns nach Kochi gekommen, die bisher echt super nett und aufgeschlossen wirken - mal schaun was die Zeit so mit sich bringt!


Alltag mit unsren Jungs
Auch wenn mir anfangs nach dem langen Umhergereise die Eingewöhnung zurück in den Alltag doch ziemlich schwer gefallen ist, gehts mit inzwischen besser als je zuvor!
Mit unsren Jungs verstehn wir uns super und man merkt täglich wie eng und vertrauensvoll unser Kontakt geworden ist. Theresa und Ich versuchen im Moment die Freizeit ein bisschen spannender und abwechslungsreicher zu gestalten und bieten daher zusätzlich zum üblichen Basketball auch andere Spiele, wie Badminton (des lieben sie!), Frisbee, Seilspringen oder Schnitzeljagt (DER Renner - im wahrsten Sinne des Wortes :D) an. Des weiteren verbringen wir unsre Zeit mit rumblödeln, fangen spielen, erschrecken und Wasserschlachten!
Außerdem warn wie mit ihnen vor kurzem im Mattancherry Palast und der Synagoge, auch ein Highlight in ihrem sonst so streng durchgeplanten Alltag.

Auch wenn wir in der Studytime manchmal sehr sehr böse werden müssen :D, sind wir für unsre Boys doch sowas wie große Schwestern geworden!
Auf dem Weg zum Palast hat der 14-jährige Joseph mich zum Beispiel plötzlich an der Hand genommen und gesagt: "You´re my sister! I´m taking care of you!" (Du bist meine Schwester! Ich pass auf dich auf!) Und ein anderer Junge ruft uns immer mal wieder "Checci" (Malayalam für große Schwester). In solchen Momenten bin ich einfach nur unglaublich glücklich und soo dankbar, hier sein zu dürfen! Gleichzeitig macht mir der Gedanke an den Abschied schon jetzt ein bisschen Angst..

Als die deutsche Reisegruppe unter der Leitung von Francis auch bei uns in Kochi vorbeigeschaut hat, haben wir mit den Jungs ein Programm vorbereitet und ihnen ein paar deutsche Wörter beigebracht. Es war so witzig, wenn man morgens völlig verschlafen durchs Boys Home gerannt is und einem plötzlich ein lautes "GUTEN TAG!!!" entgegengeschallt ist (manchmal auch ein "Pute taa", wenn die Jungs mal wieder das halbe Wort vergessen ham :D)!


Erlebnisse in der Playschool
So wie wir für die Jungs wie eine Schwester sind, sind wir in der Playschool inzwischen eine Mischung aus Kletterbaum, Kuschelkissen, Spielkamerad, Geheimniswahrer und Mama-Ersatz.
In letzter Zeit sind wir hier immer mehr eingespannt (unsre Leiterin ist manchmal nicht ganz soo zuverlässig) und haben schon ein paar mal die Playschool mit 20 Kids mehr oder weniger allein geschmissen - immerhin wissen wir nun, dass wir das hinbekommen ;)
Ein neues Mädl namens Kripa hat mich glaub ich als Mama adoptiert.. anfangs war sie immer nur auf meinem Arm, hat geheult wenn ich ein paar Meter weg war und hat sich nur von mir Füttern lassen :D
Inzwischen spielt sie aber auch schon mal mit den anderen. Letztens lag sie an mich gekuschelt neben mir am Boden, hat sich dann ganz plötzlich umgedreht und mir ein Bussi gegeben! Ich war völlig verdutzt :)
Auch ein anderes Kind hat sich einmal von mir mit einem Kuss verabschiedet..
Sie werden alle ziemlich anhänglich und man sitzt selten mit weniger als 2 oder 3 Kindern auf dem Schoß herum!



Die letzte Zeit bestand bei mir vor allem aus dem Genießen der Gegenwart und gleichzeitig auch der Vorfreude auf die Rückkehr nach Hause..
Nächste Woche hab ich Zwischenseminar, Ende März kommt mich meine Familie hier besuchen und dann kommen da noch die langen Sommerferien in denen wir hoffentlich ein bisschen Zeit zum Rumreisen finden werden (Himalaya wir kommeeeeen!!).. Die Zeit wird so schnell vergehn und meine Gefühle schwanken hierbei immer zwischen Freude und Trauer :)

Ich poste demnächst noch ganz viele Fotos zu meiner Reise und melde mich dann nach dem Zwischenseminar mit neuen Berichten!
Passt auf euch auf, ich freu mich über Kommentare, E-mails, Briefe..
Bis bald, Lea :*

Dienstag, 22. Januar 2013

111 Dinge an denen du merkst, dass du zu lange in Kerala warst

Es ist HALBZEIT!!!
Die Hälfte meines Aufenthalts hier in Kochi, Kerala, Indien ist vorbei! Ob ich das für viel oder wenig halte ändert sich täglich ;)
Auf alle Fälle hat dieser besondre Tag auch nen besondren Blogeintrag verdient und daher kommt nun ein Resumé der besondren Art :D


111 Dinge an denen du merkst, dass du zu lange in Kerala (mein Bundestaat) warst:

1.  Du schlägst beim Waschen die Wäsche auf den Boden, statt sie durchzuwalken oder auszuwringen
2. Du wackelst mit dem Kopf um zuzustimmen
3. Du wackelst mit dem Kopf um dich zu bedanken
4. Du wackelst mit dem Kopf um jemanden zu begrüßen
5. Du wackelst grundsätzlich mit dem Kopf
6. Du trinkst Kaffee oder Tee nur nur hochverdünnt mit Milch und Zucker
7. Du findest Schnauzer irgendwie sexy
8.  Du schmierst Kokosöl in deine Haare
9.  Du schmierst Kokosöl auf deinen Wunden
10.  Du hältst Kokosöl generell für ein Allheilmittel
11.  Du (weibl.) nimmst, wenn du rausgehst, keine Tasche mit sondern verstaust Geld und Handy in deiner Saribluse bzw. du (männl.) trägst dein gesamtes Habe (Geld, Handy, Stift, Papier, Ausweis, Schweißtuch) in der Brusttasche deines Hemdes mit dir herum
12.  Du verabschiedest dich am Telefon nicht, sondern legst einfach auf, nachdem alles wichtige geklärt ist
13.  wenn du eine PowerPoint-Präsentation gestalten musst, benutzt du mindestens 5 verschiedene Schriftarten, -größen und -farben (– pro Folie!)
14.  Du findest Kühe auf der Straße normaler als Fußgänger
15.  Du (weibl.) fühlst dich nackt ohne Schal oder Handtuch über dem Dekolleté
16.  Du weißt nicht, was Klopapier ist
17.  Du unterbrichst ein Gespräch kommentarlos mitten im Satz um einen Anruf entgegenzunehmen
18. Du findest arrangierte besser als Liebes-Heirat und lässt dich mit 16 von deinen Eltern verheiraten
19.  Du lässt die Haustür sperrangelweit offen stehen, während du drinnen auf dem Sofa fernsiehst
20.  Du nimmst nicht mal für Familienfotos dein Handy vom Ohr
21.  Du findest es vollkommen normal, in der Öffentlichkeit Schleim aus der Lunge zu rotzen
22.  Du magst haarige Beine an Frauen
23. Du rollst selbst beim Englischsprechen das R
24.  Du trinkst, ohne dabei die Flasche/den Krug/den Becher mit dem Mund zu berühren
25. Du findest es normal das die Filmhelden mindestens doppelt so alt, 5 Mal so schwer und 1000 Mal hässlicher sind als ihre jungen, bildhübschen Film-Partnerinnen
26. Für dich ist es nichts besonderes, dass fast jeder Chief Minister von Kerala früher Schauspieler oder Regisseur war
27. Statt Knöpfe wieder anzunähen oder Risse zu flicken, reparierst du alles mit Sicherheitsnadeln
28. Du (weibl.) benutzt deinen Schal bzw. dein Sari-Endstück um alles daran abzuputzen, was dich stört: Dreck, Rotz, Essen etc.
29.  Du verlässt das Haus nicht, ohne dich gründlich mit weißem Puder eingerieben zu haben
30. Affenschaukeln und Hüftlange Zöpfe findest du topmodern.
31. Du gibst Entfernungen nicht in Kilometern sondern in Stunden an.
32. Du findest es kein Problem zu acht in einer kleinen – eigentlich für 3 ausgelegten – Rikscha zu fahren.
33. Bei der Sariauswahl hältst du orange-neongrün oder popelgrün-pink für sehr harmonische und schöne Farbkombinationen
34. Du findest es erst zu viert auf dem Motorrad richtig gemütlich.
35. Du findest alles super, was schrillbunt ist, glitzert und blinkt.
36. Du putzt dir ausschließlich morgens vor dem Frühstück die Zähne.
37. Du kennst drei Strophen von Happy Birthday.
38. Das Geburtstagskind kennt ein Antwortlied auf Happy Birthday
39. Wenn du (männl.) mit deinem Kumpel unterwegs bist, hakt ihr die kleinen Finger ein.
40. Du hast 2cm dicke Hornhaut an den Füßen und tiefe Risse drin.
41. Du isst morgens warm und herzhaft, mit ganz vielen Zwiebeln und Bohnen
42. Du isst zu jeder Mahlzeit rohe und gekochte Zwiebeln
43. Reichen Haare nicht bis zur Taille, bezeichnest du sie als kurz.
44. Du beißt von Pappadam (knuspriger dünner Fladen) nicht ab, sondern zermatschst es mit Banane und pappsüßem Reispudding.
45. Deine Telefongespräche laufen etwa nach dem folgenden Muster ab: „Hallo Onkel, hast du schon gegessen? Was hast du gegessen? Bei mir gab es Reis mit Curry. Ist Mama da? Hallo Mama, hast du schon gegessen? Was gab es denn? Bei mir gab es Reis mit Curry. Wie geht’s denn dem kleinen Bruder? Hallo kleiner Bruder, hast du schon gegessen? Was hast du gegessen? Ich hatte Reis mit Curry.“ usw.
46. Du bekommst Kleidungsstücke nach einem Bad im Dreck trotz Handwäsche mit kaltem Wasser wieder strahlend weiß.
47. Zahlen über 100 000 gibst du in Vielfachen von lakh (100 000) oder crore (10 Mio.) an.
48. Du lackierst dir nur die Nägel der linken Hand.
49. Du sprichst andere Leute nicht mit Namen sondern mit Beruf an (Social Worker, Warden, Teacher)
50. Du findest Kricket spannend.
51. Du testest Fieber nicht an der Stirn sondern am Hals.
52. Du benutzt kein Duschgel und Shampoo, sondern ein Stück Seife.
53. Du weißt nicht, was Tampons sind.
54. Du weißt nicht, was ein Nach- oder Familienname ist.
55. Wenn du fotografiert wirst, schaust du so ernst wie möglich.
56. Du (männl.) lässt dir den Daumennagel der linken Hand 3cm lang wachsen.
57. Love sprichst du „lau“, fruit „pruut“ und „food“ „fod“ aus.
58. Du (männl.) läufst mit der Hand im Schritt durch die Stadt.
59. Du (männl.) trägst einen (durchsichtigen) Wickelrock, gern auch auf Minirocklänge hochgeschlagen.
60. Du (weibl.) trägst das Familienvermögen an Hals, Nase und Ohren.
61. Du (weibl.) zeigst mit deinem Nasenpiercing an, aus welchem Teil Indiens du stammst
62. Du gehst mit deinen Kühen spazieren aber nicht mit dem Hund
63. Du gehst nur zum Essen auf Hochzeiten (von Leuten, die du nicht kennst).
64. Du kannst nicht leiser als 120db singen
65. Du (christl.) beginnst deine Briefe mit „in the precious name of our Lord and Saviour Jesus Christ“ und beendest sie mit „Yours in the Lord’s vineyard“
66. Du (Hindu) trägst Leuchtbalken aus weißem Puder auf der Stirn spazieren (Alternativmodelle sind: Ampeln mit Weiß- Rot-Gelb oder rote Längsstriche, die vermuten lassen, dass jemand versucht hat dein Gesicht zu halbieren)
67. Hast du Geburtstag, verteilst du großzügig Karamellbonbons
68. Du (weibl.) pinkelst im Stehen ohne den Sari großartig anzuheben
69. Du (Ehepaar) trittst in der Öffentlichkeit nicht als Ehepaar auf
70. Du (weibl.) verwöhnst deine Söhne und fütterst sie bis zur Pubertät
71. (Dorfbewohner) Bekommt deine Tochter das erste Mal ihre Tage stellst du (männl.) Lautsprecher auf und beschallst das Dorf  24h lang mit Musik
72. Bei der anschließenden Riesenparty bietest du deine Tochter deinem Schwager zur Hochzeit an im Tausch gegen die Ziege, die er zur Party beisteuert
73. Verreist du mit dem Bus nimmst du außer einer Montur Wechselklamotten nur eine Waschseife mit in einer Einkaufstüte- ergibt Platz für weitere 50 Menschen
74. Verreist du mit dem Bus hast du auf deinem Schoss entweder ein fremdes Baby, Oma oder Gepäckstück zu hüten
75. Verreist du mit dem Zug verstaust du dein Gepäck in Pappkartons statt in Koffern und verschnürst sie
 76. Verreist ihr (Familie), besteht die Hälfte des Gepäcks aus Proviant, das die Frau des Hauses zuvor mühevoll zubereitet hat und in Bananenblättern eingewickelt ist
 77. Du erwähnst, wenn du mal kurz aufs stille Örtchen musst, nicht die bloße Tatsache, sondern auch gleich welche Art von Geschäft du erledigen möchtest
78. Wahlweise zeigst du einfach den kleinen Finger der linken Hand oder sagst Nr. 1 und alle wissen, du gehst pinkeln
79. Musst du groß, zeigst du Kleinen- und Ringfinger der linken Hand oder sagst Nr. 2
80. Du (Regierung) erlaubst nur in großen Städten Diskotheken, die aber bitte abends um 11 wieder schließen sollen
81.  Du (männl.) erzielst die höchstmögliche Mitgift deiner Schwiegerfamilie, bevor du dich nach Dubai absetzt, wo du dir eine Zweitfrau anschaffst und deine Zeit mit Spielen und Trinken verbringst und daher leider vergisst, deiner Erstfamilie Geld zu schicken, die zur gleichen Zeit von deinen Gläubigern unter Druck gesetzt wird, das Geld zurückzuzahlen, mit dem du Indien verlassen konntest
82. Du (Verkäufer) sagst deinen Kunden, dass du die erfragte Ware verkaufst, obwohl du sie gar nicht verkaufst, nur damit der Kunde ins Geschäft kommt
83. Du (männl.) schaust dir mit Freunden Pornos an, aber setzt alles daran, die Frauen in deinem Herrschaftsbereich zu prüden Wesen zu erziehen
84. Deinem Neugeborenen bindest du einen schwarzen Strick oder eine Silberkette um den Bauch, welche die Verdauung regulieren soll
85. An einer zentralen Stelle deines Hauses stehen auf Holzsockeln Bilder von Jesus/den Hausgöttern neben Bildern von Ahnen oder alternativ „Freedom fighters“ (Menschen, die für die indische Unabhängigkeit gekämpft haben)
86. Du unterhältst dich mit deinen unmittelbaren Nachbarn schreiend, als ob gerade ein Güterzug an euch vorbeidonnern würde
87. du (Verkehrsteilnehmer) hupst oder klingelst durchgehend während du im Stau stehst, obwohl absehbar ist, dass der Stau dadurch nicht verschwindet
88. Du (Verkehrsteilnehmer) hupst oder klingelst beim überholen
89. Du (Verkehrsteilnehmer) hupst oder klingelst grundsätzlich
90. Dein Auto hat eine Rückwärtsgangmelodie, so dass Kühe hinter dir gewarnt werden
91. Du (weibl.) achtest nur auf deine Figur solange du nicht verheiratet bist, ab der Hochzeit ist Hopfen und Malz verloren
92. Du ziehst deinen kleine Mädchen die schönsten Kleider an, schminkst sie und behängst die mit Schmuck, malst ihnen aber gleichzeitig einen schwarzen Punkt ins Gesicht, damit sie hässlich sind und nicht geklaut werden
93. Du schimpfst über den vielen Müll auf den Straßen während du deine Plastikverpackung vor deine Füße wirfst
94. Du installiert Anschnallgurte in jedem Auto, vergisst aber die Anschnallklickdinger am Sitz
95. Du redest seit Tagen von der großen Feier die du planst, fängst aber erst eine Stunde vorher an sie zu organisieren
96. Du stellt die Aussage „Der Brotkasten ist der einzige Ort, an den die Ratte nicht hinkommen“ nicht in Frage
97. Du denkst das Getränk „Horlicks“ macht die stärker, schlauer und größer nur weil draufsteht es macht die stärker, schlauer und größer
98. Du sprichst jeden auf der Straße mit „my friend“ an
99. Du (Ramschverkäufer) verzehnfachst deine Preise erst, um sie dann um das zehnfache runterhandeln zu lassen
100. Du kaust oder isst Knochen, weil du davon überzeugt bist, dass der Saft deine Zähne stärker macht
101. Du glaubst dass Pfeffer dein Wasser gesünder macht
102. Du glaubst dass Kajal für die Augen kleiner Kinder gesund ist
103. Wenn sich jemand den Kopf anhaut, klopfst du ihm fest auf diese Stelle, um den Schmerz besser zu machen
104. Du frägst jeden Touristen den du triffst als erstes, wie er Kerala findet
105. Deine zweite Frage ist, wie seine Eltern heißen
106. Du findest Frauen, mit Röcken oder Hosen die über dem Knie enden skandalös
107. Du (indische Familie) setzt dich im Zug oder am Strand trotz viel Platz höchstens einen Meter neben zwei hellhäutige Mädchen, damit sie sich nicht so einsam fühlen
108. Du (Ramschverkäufer) kannst „schauen kostet nix“ in mindestens 10 Sprachen, um Touristen anzulocken
109. Du (Rikshafahrer) hast Karten von Leuten aus aller Welt in deiner Riksha, um den Touristen zu zeigen, wie viele Freunde du überall hast und wie vertrauenswürdig du somit bist
110. Du warnst andere davor, bei 30 Grad mit nassen Haaren herumzulaufen, weil gerade Winter ist und man sonst Fieber bekommt
111. Du findest es selbstverständlich, dass ab 20.00 Uhr „man-o`clock“ ist und somit keine Frauen mehr auf den Straßen unterwegs sind