Sonntag, 28. April 2013

Station 2: MUMBAI

Mumbai ist laut, dreckig, chaotisch, voller Menschen, Autos, Rikshas, Strassenhunde, Bettlern, Armut, Reichtum und der Strassenverkehr ist der HORROR!!
Aber trotzdem hat es etwas, dass einen faszieniert! Vielleicht ist es der kunterbunte Mischmasch an Menschen, denen man auf den Strassen begegnet. Da laeuft der kleine Strassenjunge neben dem mit Schmuck ueberhaengten kleinen reichen Maedchen, der Businessman im Anzug neben dem zerlumpten Muellsammler, die moderne Inderin in Hotpans und Top, neben der traditionellen Frau im Sari und der vollverschleierten Muslima in schwarzer Burka.
Man sieht grosse Luxushotels, teure Markenlaeden und schicke Mercedes ebenso wie die kleinen Strassenlaeden und ganze Slumsiedlungen.
Mumbai ist eine Stadt voller Extreme! Dort befindet sich der Sitz der Bollywoodproduktion und gleichzeitig mit Dharavi der groesste Slum Asiens.
Wir waehrend unserer Zeit in Mumbai bei einem Couchsurfer namens KC geschlafen. Er war super liebund cool, hat uns Stadtplaene zur Verfuegung gestellt und Tipps gegeben, was sehenswert ist. Es hat super viel Spass gemacht, mit ihm zu quatschen! Er ist einfach ein unglaublich offener und toleranter Inder, der auch schon Nudisten und Transvestiten gehostet hat und immer witzige Geschichten aus seinem Couchsurfer-Leben parat hatte.

Er hat den ganzen Tag gearbeitet und wir haben somit Mumbai zu zweit unsicher gemacht :)
Natuerlich haben wir auch ein paar typische Sehenswuerdigkeiten angeschaut, wie den CST-Bahnhof (kennt man aus "Slumdog Millionair"), das India Gate, Das Taj Mahal Hotel und das Cafe Leopold. Die meiste Zeit haben wir aber damit verbracht durch Mumbai (oder Bombay, sein frueherer Name, den die meisten Inder noch heute verwenden) zu spazieren und das wuselnde und chaotische indische Grossstadtleben in uns aufzunehmen.

Ein Highlight war die Bar des Four Season Hotels (Zimmer ab 180 Euro..). Sie liegt im 33 Stock und die Aussicht von dort ist einfach gigantisch, ueberwaeltigend und unbeschreiblich!!
Mumbai bei Nacht - ein einziges funkelndes glitzerndes Lichtermeer!
Da uns aber schon das Wasser allein viel zu teuer war, sind wir nach ausgiebigem gucken und Foto machen wieder runter :)

Sonntag Nachmittag gings dann weiter mit dem Zug nach Jaisalmer!

Ich wuerd ja liebend gerne ein paar meiner wunderbaren Fotos hochladen, aber leider hat hier niemand einen SD-Kartenanschluss oder -leser, also muss das warten..
Ich freu mich ueber Kommentare!! :D
Lea

Samstag, 20. April 2013

Station 1: Hampi

Der 1. Stop unserer Reise war das etwa 22 Zugstunden von Kochi entfernt liegende Hampi!
Der Ort liegt inmitten von Steinbergen. Es ist schwierig zu erklaern, es schaut aus, als haette jemand einfach viele viele grosse Steine aufeinandergestapelt!

Nachdem wir angekommen sind haben wir uns erstmal in das erstbeste Homestay auf der anderen (ruhigeren) Seite des Flusses einquartiert. Wir hatten soo ein Glueck damit! Wenn man vor unserem Zimmer in der Haengematte lag hatte man den perfekten Blick auf Hampi und den Fluss und der Preis von 200 Rs fuer das Doppelzimmer (ca 3 Euro) war auch echt ok :D

Wir haben uns in Hampi einen Scooter ausgeliehn und sind durch die Landschaft gebraust! Es wimmelt nur so von Steinen, Palmen, Bananenstauden, Affen und Steintempeln.
An einem anderen Tag sind wir todesmutig mitten durch eine riesige Bananenplantage gelaufen, um so den kuerzesten Weg zu einem Tempel zu finden. Der Tempel lag auf einem Berg und man hatte von dort aus eine gigantische Aussucht ueber die ganze Umgebung!

Abends sassen wir dann mit den andren Travellern aus London, Schweden, Polen, Deutschland und Oesterreich zusammen und haben einfach nur gequatscht.

Nach 2 Naechten in Hampi gings dann weiter mit dem Sleeperbus nach Mumbai!

Sonntag, 14. April 2013

REISE - NEWS :)

Hallihallo ihr Lieben!

Ich werde in Zukunft vermutlich nicht soo viel und vor allem nicht so viele schöne Bilder posten können.. ich bin nämlich unterwegs! Unsere Jungs haben gerade Sommerferien und wir haben hier somit nicht so viel zu tun. Und bevor wir uns noch langweilen haben wir beschlossen Indien noch ein wenig unsicher zu machen :)

Unsere ersten Stops sind Hampi und Mumbai und danach.. schaun wir mal wohin der indische Wind uns so treibt :D
Bis baaaald!


Urlaub mit der Familie

Am 24.3. wars dann endlich so weit.. meine FAMILIE ist nach Indien gekommen!!
Sie haben die Osterferien genutzt um dem kalten und grauen Deutschland zu entfliehn und ham 2 Wochen zusammen mit mit verbracht.
Wir warn zusammen erst im Boys Home (damit sie auch mal meine neue Heimat kennen lernen konnten) und sind dann ein bisschen in Südindien herumgereist.
Zuerst gings nach Varkala, einen wunderbaren Strand mit hohen Klippen auf denen es tolle Restaurants und Cafés gibt. Danach sind wir mit dem Zug weiter nach Madurai gefahren. Diese Stadt liegt im Nachbaarstaad Tamil Nadu und ist vor allem für seinen großen Minakshi-Tempel bekannt. Unser letzte Stop war in Kumily, einer Hillstation (wieder in Kerala). Dort gibt es einen großen Nationalpark, in dem wir eine Führung (leider ohne große Tierbeobachtungen) und eine Bootsfahrt (wir ham einen Elefanten, Rehe, Bisons, Wildschweine und viele Affen gesehn) gemacht. Außerdem waren wir auf einer Gewürzplantage, einer Teeplantage und Elefantenreiten :)
Es war super schön mal wieder Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen, mit ihnen rumzublödln, zu lachen, Spiele zu spielen, zu kuscheln, zu shoppen..
Der Abschied war dann zum Glück auch nicht ganz soo schwer, weil ich ja wusste, dass wir uns schon in 3 Monaten wieder sehn!



Samstag, 23. März 2013

Zwischenseminar in Trichy

Hallihallo, da bin ich wieder :)

Natürlich wie immer ziemlich spät dran, aber ich versuch im Moment einfach meine Zeit hier zu genießen und komm deshalb nicht mehr soo viel zum Schreiben! Ich hoff das ist nicht so schlimm ;)

Vom 17.-23.2. waren Theresa und ich in Trichy (Bundesstaat Tamil Nadu) auf dem Zwischenseminar. Es wurde von der AG MAZ (MAZ = Missionare auf Zeit), besser gesagt von den Steiler Missionaren organisiert und die Freiwilligen kamen aus allen Ecken Indiens! Einige von ihnen kannte ich schon vom Asienseminar letztes Jahr im Juni, andere sind neu dazugekommen..
Ich kann über das Seminar nur soviel sagen: Es war eine wunderbare, emotionale, lustige und einfach super schöne Zeit!!
Ich hab viel gelacht, geredet, geweint und einfach den Austausch mit den Anderen genossen. Das Programm war ein guter Mix aus interessanten Vorträgen (z.B. über die Rolle der Frau in Indien, das Kastensystem, Globalisierung..), Diskussionen, Gruppenarbeit, Einzelreflexion und Kreativität! Außerdem haben wir 2 Tage mit Supervision verbracht und in Kleinruppen über unser vergangenes halbes Jahr mit all seinen Freuden und Problemen geredet. Es war schön zu sehen, dass jeder in der Gruppe mit kleineren oder größeren Problemen zu kämpfen hat, dass man oft nicht allein ist mit seinen Ansichten und dass wir, selbst wenn wir in total unterschiedlichen Gegenden und Projekten sind, doch viele viele ähnliche Erfahrungen machen!

Ich hab viel aus dieser Woche mitgenommen! Motivation für die kommende Zeit, den Blick gerichtet auf die kleinen Schönheiten des Lebens, neues Selbstvertrauen und außerdem einige sehr gute neue Freunde :)


Seitdem ich wieder im Boys Home bin, hab ich einige Veränderungen an mir selbst bemerkt.. Ich fange an Kleinigkeiten mehr wert zu schätzen, liebevolle Gesten intensiver wahrzunehmen und viele Dinge mit anderen Augen zu sehen!
Ich bin immer häufiger einfach nur Dankbar!
Dafür, dass ich das alles hier erlebe darf, das Kuscheln in der Playschool, plötzliche Abknutschattacken von Seiten der Kids, ihre Liebe und ihr Vertrauen.
Die Zeit, die ich mit den Jungs verbringen kann, dass Rumalbern, Wasserschlachten, Hand in Hand mit einem Jungen zu laufen, Sister genannt zu werden (oder Lea-Misseeee) und ihre aufrichtige Freude, als wir vom Zwischenseminar wiedergekommen sind.
Ich bin dankbar für die Menschen, die ich hier kennenlerne, für MEIN Indien mit seinen Farben, dem Chaos, den vielen vielen Menschen, dem ganzen Durcheinander, der Sonne, der Lebensfreude der Menschen, den vielen Lächeln, den Früchten, der Kleidung, der Musik...
Ich weiß jetzt schon, dass ich das alles furchtbar vermissen werde!!!!!

Aber jetzt bekomm ich erstmal Besuch von meiner Familie und kann ihnen meine neue Heimat zeigen. Morgen früh hol ich sie vom Flughafen ab.. ich freu mich schon sooo :)

Ganz liebe Grüße und eine feste Umarmung aus Indien,
Lea

Die ganze Truppe mit ein paar indischen Studenten

Trichy

Stoptanzen :D

Ein Elefant im Tempel - in Trichy keine Seltenheit!

Happy Birthday, Lioba :)

Massagekreis :D

Nati <3


Unsere 3 Supervisoren

Pater Xavier :D

Evaaa :)

Schwester Angela und Xaviers Mama

Freitag, 15. Februar 2013

Bilder aus Delhi :)

Frühstück im Zug



angekommen im kalten Delhi :)

ein Straßenkind - trotz knapp 10 Grad barfuß unterwegs

mit Natalie vorm Lotustempel


Die Gebetsstätte der Bará'ìns



Im Sikhtempel ist Kopfbedeckung erwünscht



Ein Sikh


Ein Sikhmädchen mit den Haaren bis zu den Wadln :)


Francis :)

die Gebetsstätte der Jains

es gibt hier überall Streifenhörnchen

eine hinduistische Tempelanlage

ein Papagei!!!!!! :)



der Taj Mahal

Kamel-Alarm!




der "Touch-Mahal" :D

mit wunderschönen Verzierungen

Montag, 11. Februar 2013

Delhi-Reise und der Alltag im Boys Home

Namaskaram ihr Lieben :)
Ich bin mal wieder viel später dran mit meinem Blogeintrag, als ich das eigentlich geplant hatte. Schließlich ist meine Delhi-Reise ja doch schon über ein Monat her..
Aber egal, wie sagt man so schön: Besser spät, als nie! :D


Delhi-Reise vom 10 .01.-14.01.13
Father Francis, einer unserer Organisatoren aus Deutschland, fliegt jedes Jahr mit einer Reisegruppe von ca 25 Personen für 3 Wochen nach Indien. Im Oktober hat er uns schon auf seine Vorbereitungsfahrt in den Süden mitgenommen und auch jetzt hatte er uns eingeladen, 5 Tage mit ihm und seiner Gruppe im Norden zu verbringen.

Eigentlich ging unsre Reise ja schon am 07.01. los, schließlich liegt Delhi ja 2800 km entfernt im (von uns aus gesehen tiiiiiefen) Norden. Und wir wären ja nicht abenteuerliche Freiwillige, wenn wir diese Strecke geflogen wären :D
Theresa und ich sind also am 7. Abends erstmal über Nacht mit dem Zug nach Chennai gefahrn (ist für uns alte Hasen ja kein Problem). Dort haben wir einen entspannten Tag mit den andren beiden Freiwilligen verbracht, konnten in Ruhe duschen, für die lange Fahrt einkaufen und sogar noch ins Kino gehen ("The Life of Pi" - auf diesen Film sind die Inder wirklich stolz!), bevor wir abends mit Sack und Pack, viiel Essen, warmen Klamotten und sehr guter Laune in den Zug gestiegen sind.
Die folgende 34-stündige Fahrt (für umgerechnet 7 Euro!!) bestand vor allem aus Essen, Lesen, Schlafen, Wizard spielen, Essen, Fotografieren und Essen :D Alles in allem war sie eigentlich recht schnell vorbei und nur die letzte Nacht etwas kalt - man hat gemerkt, dass wir in den Norden kommen! Da warn wir alle 4 dann doch recht froh, als  uns in der Früh der Tee-Verkäufer mit seinem "Chaya, Chaya, Chaaaaaayaaaaaaaa!!" geweckt hat und wir uns damit erstmal aufwärmen konnten.
Hier merkt man mal wieder was für irre Unterschiede es in Indien gibt! In Chennai sind wir schwitzend im T-shirt in den Zug gestiegen und in Delhi vor Kälte bibbernd in dicken Jacken und Schals eingewickelt wieder herausgekommen :D

Im Hotel angekommen haben wir uns erstmal wie irre über die warme Dusche gefreut - die erste seit 5 Monaten!! :D
Und dann haben wir auch endlich wieder Francis und Klaus (ein weiterer Organisator aus Deutschland) getroffen! Da kamen schon ein bisschen Heimatgefühle auf..
Das Programm stand unter dem Motto "Interreligiöser Dialog". Wir 4 Freiwilligen standen dem Ganzen anfangs eher skeptisch gegenüber, doch es hat sich als eine super interessante, vielfältige, faszinierende und schöne Reise herausgestellt! Wir sind vom Hindu-Tempel zum Bahá'í - Haus in Form einer Lotutblume, von einer Moschee zum Sikh-Tempel und von da aus weiter zu einer Jain-Gebetsstätte.. Alle leben friedlich nebeneinander! Faszinierend!! Da könnte sich so mancher Deutscher eine Scheibe von den Indern abschneiden..
Ich hab so viel neues über die verschiedensten Religionen erfahren, von einigen hatte ich vorher nur mal gehört, andere kannte sie gar nicht!
Weil es vielen von euch wahrscheinlich ähnlich geht, kommen hier mal die für mich interessantesten Facts zu ein paar unbekannteren Religionen:

Sikh:
Schneiden sich nie die Haare! Die Männer tragen deshalb einen Turban, unter dem sie ihre langen Haare verstecken und tragen einen langen Bart (ab und zu drehen sie ihren Bart auch ein und stecken ihn mit in den Turban :D )
Die strenggläubigen Sikhs tragen immer ein Schwert bei sich, das zur Verteidigung der Armen dient..

Jain:
Eine extrem friedfertige und auf Harmonie bedachte Religion! Sie sind alle strenge Vegetarier, tragen nichts aus Leder oder anderen tierischen Materialien - es gibt sogar Gruppierungen die nur nackt herumlaufen!! Die haben wir aber nicht gesehn :D
Es gibt auch einige die immer den Weg vor sich fegen, um ja nicht auf ein Tier zu treten, oder nicht im Dunkeln Essen zu sich nehmen, aus Angst aus Versehn eine Fliege zu verschlucken..
Strenggläubige Jain-Männer dürfen außerdem keine Frauen berühren! Wie es dann zu Nachwuchs kommt ist fraglich ;)

Bahá'í:
Ihr Ansatz: Alle Religionen haben einen Teil der sie verbindet und auf diesen beziehen sich die Bahá'ís. Es können Menschen aus allen Religionen in ihren Gebetshäusern zum Beten zusammenkomen.
Das Haus in dem wir waren hatte die Form einer Lotusblume - eines von 7 gleichartigen Gebäuden, die auf der ganzen Welt verteilt sind (unter anderem eines in Frankfurt!).

Ein weiteres Highlight unserer Reise war natürlich der Abstecher nach Agra zum Taj Mahal!
Dieses Gebäude ist wohl eins der größten Liebesbeweise der Welt und wurde von einem indischen Mogul-Kaiser als Grabmal für seine verstorbene Lieblingsfrau (eine von drei Ehefrauen..) in Auftrag gegeben.
Legenden besagen, dass nach der Fertigstellung allen beteiligten Handwerkern (ca 20.000) eine Hand abgehackt und die Architekten hingerichtet wurden - eine Nachahmung war somit unmöglich! Ob dies nun wahr ist oder nicht, fest steht auf alle Fälle, dass man den Taj Mahal einmal gesehn haben muss!
Selbst wenn man direkt davor steht hat man das Gefühl, vor einem riesen Poster zu stehn, so unwirklich, fremd und faszinierend sieht es aus..

Alles in allem war unser Trip nach Delhi ein voller Erfolg! Wir haben super viel gesehn und auch die Gespräche mit den Teilnehmern der Reisegruppe sehr genossen.. Es ist echt interessant zu sehen, dass vieles, was ihnen als so fremd und andersartig vorkommt, für uns schon so normal und alltäglich geworden ist!

Von Delhi gings mit dem Flieger zurück nach Kochi, die Reisegruppe hat währenddessen von Chennai aus ihre Rundreise durch den Süden gestartet, die wir im Oktober mit Father Francis "vorgetestet" haben :)


Neuigkeiten aus dem Boys Home
Es gibt Veränderungen im Boys Home, denn Anfang August wurden 3 Fathers aus unserer Friary versetzt (einer sogar nach Israel!).
Sowohl für die Jungs, als auch für Theresa und mich waren diese Versetzungen eher angenehm, als traurig. Vor allem mit dem Chef haben wir uns gegen Ende weniger gut verstanden. (Schreit uns vor allen Jungs an, nimmt alles als selbstverständlich hin, ist super streng zu den Jungs und bringt nie auch nur ein kleines Lächeln zustande, außer wenn es darum geht, das Boys Home nach außen zu präsentieren..)

Jetzt wird Father Shaju der neue Leiter des Boys Homes und das ist echt richtig gut! Die Jungs lieben ihn einfach heiß und innig, da er es schafft ein Mittelmaß aus Strenge und Fürsorge zu entwickeln.. Klaro bestraft er sie, wenn sie Mist bauen, aber gleichzeitig genießt er es auch einfach in der Mitte einer Horde Jungs zu stehen, ihnen zu zuhören und mit ihnen zu quatschen :)
Außerdem sind 2 weitere Fathers zu uns nach Kochi gekommen, die bisher echt super nett und aufgeschlossen wirken - mal schaun was die Zeit so mit sich bringt!


Alltag mit unsren Jungs
Auch wenn mir anfangs nach dem langen Umhergereise die Eingewöhnung zurück in den Alltag doch ziemlich schwer gefallen ist, gehts mit inzwischen besser als je zuvor!
Mit unsren Jungs verstehn wir uns super und man merkt täglich wie eng und vertrauensvoll unser Kontakt geworden ist. Theresa und Ich versuchen im Moment die Freizeit ein bisschen spannender und abwechslungsreicher zu gestalten und bieten daher zusätzlich zum üblichen Basketball auch andere Spiele, wie Badminton (des lieben sie!), Frisbee, Seilspringen oder Schnitzeljagt (DER Renner - im wahrsten Sinne des Wortes :D) an. Des weiteren verbringen wir unsre Zeit mit rumblödeln, fangen spielen, erschrecken und Wasserschlachten!
Außerdem warn wie mit ihnen vor kurzem im Mattancherry Palast und der Synagoge, auch ein Highlight in ihrem sonst so streng durchgeplanten Alltag.

Auch wenn wir in der Studytime manchmal sehr sehr böse werden müssen :D, sind wir für unsre Boys doch sowas wie große Schwestern geworden!
Auf dem Weg zum Palast hat der 14-jährige Joseph mich zum Beispiel plötzlich an der Hand genommen und gesagt: "You´re my sister! I´m taking care of you!" (Du bist meine Schwester! Ich pass auf dich auf!) Und ein anderer Junge ruft uns immer mal wieder "Checci" (Malayalam für große Schwester). In solchen Momenten bin ich einfach nur unglaublich glücklich und soo dankbar, hier sein zu dürfen! Gleichzeitig macht mir der Gedanke an den Abschied schon jetzt ein bisschen Angst..

Als die deutsche Reisegruppe unter der Leitung von Francis auch bei uns in Kochi vorbeigeschaut hat, haben wir mit den Jungs ein Programm vorbereitet und ihnen ein paar deutsche Wörter beigebracht. Es war so witzig, wenn man morgens völlig verschlafen durchs Boys Home gerannt is und einem plötzlich ein lautes "GUTEN TAG!!!" entgegengeschallt ist (manchmal auch ein "Pute taa", wenn die Jungs mal wieder das halbe Wort vergessen ham :D)!


Erlebnisse in der Playschool
So wie wir für die Jungs wie eine Schwester sind, sind wir in der Playschool inzwischen eine Mischung aus Kletterbaum, Kuschelkissen, Spielkamerad, Geheimniswahrer und Mama-Ersatz.
In letzter Zeit sind wir hier immer mehr eingespannt (unsre Leiterin ist manchmal nicht ganz soo zuverlässig) und haben schon ein paar mal die Playschool mit 20 Kids mehr oder weniger allein geschmissen - immerhin wissen wir nun, dass wir das hinbekommen ;)
Ein neues Mädl namens Kripa hat mich glaub ich als Mama adoptiert.. anfangs war sie immer nur auf meinem Arm, hat geheult wenn ich ein paar Meter weg war und hat sich nur von mir Füttern lassen :D
Inzwischen spielt sie aber auch schon mal mit den anderen. Letztens lag sie an mich gekuschelt neben mir am Boden, hat sich dann ganz plötzlich umgedreht und mir ein Bussi gegeben! Ich war völlig verdutzt :)
Auch ein anderes Kind hat sich einmal von mir mit einem Kuss verabschiedet..
Sie werden alle ziemlich anhänglich und man sitzt selten mit weniger als 2 oder 3 Kindern auf dem Schoß herum!



Die letzte Zeit bestand bei mir vor allem aus dem Genießen der Gegenwart und gleichzeitig auch der Vorfreude auf die Rückkehr nach Hause..
Nächste Woche hab ich Zwischenseminar, Ende März kommt mich meine Familie hier besuchen und dann kommen da noch die langen Sommerferien in denen wir hoffentlich ein bisschen Zeit zum Rumreisen finden werden (Himalaya wir kommeeeeen!!).. Die Zeit wird so schnell vergehn und meine Gefühle schwanken hierbei immer zwischen Freude und Trauer :)

Ich poste demnächst noch ganz viele Fotos zu meiner Reise und melde mich dann nach dem Zwischenseminar mit neuen Berichten!
Passt auf euch auf, ich freu mich über Kommentare, E-mails, Briefe..
Bis bald, Lea :*